Stammesgeschichtliche Bedeutung des Apfels

Herkunft

Entwicklung

Wusstest Du, dass...?

Gesundheit und Verbrauch

Literaturnachweise

 

 

 

 

 

 

Herkunft

Sorte: Kaiser Wilhelm

Heute gehören Äpfel und Apfelsaft zu den beliebtesten Obstsorten und Säften in Deutschland. Ursprünglich ist der Apfel in Europa nicht heimisch, sondern kommt wahrscheinlich aus Zentral- und Westasien. Bereits 10.000 vor Christus gab es auf dem Gebiet des heutigen Kasachstan große Apfelbestände, welche der größten Stadt des Landes Almaty, oder früher Alma Ata ihren Namen gaben. Dieser bedeutet so viel wie „Stadt der Äpfel”.

Apfelblüte

Seinen Weg nach Europa fand der Apfel vermutlich in der Antike. Über alte Handelsstraßen der Griechen und Römer gelangte er nach Süd- und Osteuropa. Von dort aus brachten ihn die Römer auf ihren Feldzügen um 100 vor Christus ins restliche Europa.

Schnell integrierten die einzelnen Völker die fremde Frucht in ihre Essgewohnheiten und Bräuche und es dauerte nicht lang, bis der Apfel fester Bestandteil ihrer Kulturen wurde. So unterschiedlich die europäischen Kulturen zu dieser Zeit waren, so unterschiedlich sind die jeweiligen Bedeutungen des Apfels. Bei den Kelten stand er für Tod und Wiedergeburt, bei den Germanen für Unsterblichkeit.

Im Heiligen Römischen Reich symbolisierte der Apfel die Weltkugel und war fester Bestandteil von Krönungszeremonien, bei denen der Herrscher den sogenannten „Reichsapfel  in seiner linken Hand trug. Bei den Griechen galt die Frucht als Aphrodisiakum und die Männer nutzten sie, um mit ihr ihre Auserwählte zu umwerben.

Entwicklung

Der asiatische Holzapfel, der Urapfel, war geschmacklich weit von den Kulturäpfeln, die wir heute kennen, entfernt. Er war holzig und bitter. Über Jahrtausende hinweg wurde er kultiviert und durch Selektierung und Veredelung verändert oder es entstanden sogar ganz neue Sorten.

Bäumchensapfel

Eine Vermehrung durch Samen oder Stecklinge ist bei Äpfeln nicht möglich, wenn die Eigenschaften der Sorte nicht verloren gehen sollen. Die Römer brachten die Technik der Veredelung durch Pfropfen zu den Germanen. Auf diese Weise erhielten sie attraktivere Früchte, die über lange Zeit hinweg als Luxusgut galten.

Bis vor wenigen Jahren waren Äpfel noch ein besonderes und wertvolles Obst. Der Nikolaus brachte den Kindern beispielsweise keine Süßigkeiten, sondern Äpfel als gute Gaben. Auch zu Weihnachten gab es in vielen ländlichen Haushalten Äpfel als Geschenke.

Mittlerweile gibt es weltweit über 25.000 Apfelsorten, über 70 % der weltweiten Obsternte sind Äpfel. Ihr Aroma hängt sehr stark von der Sorte, klimatischen Faktoren, dem Erntezeitpunkt und der Lagerdauer nach der Ernte ab. Wichtige Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmale sind heute deswegen nicht nur der Geschmack, sondern auch Reife, Lagerfähigkeit, Farbe und Größe.

 

Gesundheit und Verbrauch

In Deutschland gibt es unzählige verschiedene Kulturapfelsorten. Sie sind sehr vielseitig verwendbar und sind feste Bestandteile regionaler Gerichte und Produkte. Die Liste reicht von Kuchen über herzhafte Fleischgerichte bis hin zu Saft oder Essig. Von den vielen traditionellen Sorten, die in Deutschland im Laufe der Jahre entstanden sind, gibt es heute immer weniger.

In Supermärkten wird das Angebot auf drei bis vier internationale Sorten begrenzt, im Gartenhandel findet man vielleicht 40 verschiedene. Auf Apfelmärkten werden zum Teil noch seltene, traditionelle, zum Teil beinahe ausgestorbene Sorten angeboten, die es so im Handel nicht mehr zu kaufen gibt. Hier können auch Allergiker fündig werden, denn viele der alten Sorten sind für Apfelallergiker genießbar. Das liegt an den Polyphenolen, aromatische Verbindungen die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Bisher ist nicht bekannt, welche Rolle sie im Zusammenhang mit Allergien genau spielen, fest steht nur, dass die Anzahl der Polyphenole ausschlaggebend dafür ist, wie stark allergische Reaktionen beim Verzehr auftreten können. Die alten Apfelsorten enthalten wesentlich mehr dieser chemischen Verbindungen, als es bei den neuen Sorten der Fall ist. Bei diesen wurden die Polyphenole nach und nach herausgezüchtet, da mit ihnen ein säuerlicher Geschmack einhergeht und sie dafür sorgen, dass der Apfel schneller braun wird, nachdem er aufgeschnitten wurde. Mit hundertprozentiger Sicherheit lässt sich allerdings keine der alten Sorten für Allergiker empfehlen. Zu den Sorten, die in der Regel gut verträglich sind, gehören:

Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel, Prinz Albrecht v. Preußen und Wintergoldparmäne.

Was ihr Allergiepotential betrifft, bestehen zwischen herkömmlichen Äpfeln und Bioäpfeln keine Unterschiede. Für Allergiker ebenfalls ohne Probleme und unabhängig von der Sorte genießbar, sind Apfelprodukte, bei denen der Apfel gekocht wurde, wie beispielsweise Apfelmus oder –kuchen. Grund dafür sind die Allergie auslösenden Eiweißbausteine, die beim Kochen zerstört oder so verändert werden, dass sie für Allergiker ungefährlich werden.

NDR-Beitrag vom 09.09.14 zum Thema Apfelallergie

Informationen für Apfelallergiker: http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html

Wissenschaftlicher Bericht der Uni Rostock über die Inhaltsstoffe von Äpfeln.
Teil drei zum Thema Apfelallergie: http://www.bund-lemgo.de/download/FB_2013_02_Inhaltsstoffe_des_Apfels_-_Teil_3_413.pdf

 

Literatur:
Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – vom Aussterben bedroht! Ein Handbuch mit 49 Sortensteckbriefen. Herausgegeben vom LVR-Netzwerk Umwelt mit den Biologischen Stationen Rheinland.

Das Handbuch ist in der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln gegen Gebühr erhältlich.

 

Literaturnachweise:

Apfelpatenhof (o. J.): „Geschichte”
URL: http://www.apfelpatenhof.de/0502_geschichte.php [Stand: 19.11.2013]

BUND Lemgo (o. J.): „Äpfel als Quelle der Gesundheit“
URL: http://www.bund-lemgo.de/aepfel-als-quelle-der-gesundtheit.html [Stand: 19.11.2013]

BUND Lemgo (o. J.): „Apfelallergie“
URL: http://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html [Stand: 19.11.2013]

Planet Wissen (2013): „Äpfel – vom Paradies in jede Obstschale”
URL: http://www.planet-wissen.de/natur_technik/apfelbluetenland/aepfel/ [Stand: 19.11.2013]

T-Online (2013): „Bäume – Der Apfel: Herkunft und Geschichte“
URL: http://www.t-online.de/ratgeber/heim-garten/garten/id_65910240/der-apfel-herkunft-und-geschichte.html [Stand: 19.11.2013]

Universität Freiburg (2004): „Bedeutung des Apfels“
URL: http://www2.germanistik.uni-freiburg.de/dafphil/internetprojekte/internetprojekte/projekte7/apfel/apfel_symbolik.html [Stand: 19.11.2013]

WDR (2013): „Allergie durch Äpfel“
URL: http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/servicezeit/sendungen/apfelallergien100.html [Stand: 19.11.2013]

Wikipedia (2013): „Kulturapfel“
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturapfel#Entstehung_und_Herkunft [Stand: 19.11.2013]