Wer oder was steckt hinter dem Birnengitterrost?

Der Birnengitterrost ist eine Krankheit, von der Birnbäume sehr häufig befallen werden. Hinter dieser Krankheit steht eine Pilzart, die zu den wirtswechselnden Rostpilzen zählt (Gymnosporangium sabinae).

Der Befall einer Pflanze durch diesen Pilz wird auf den Birnenblättern sichtbar sobald diese beginnen sich von der Oberseite aus fleckig rostrot zu färben. Die erste Phase der Infektion beginnt im Sommer, wodurch sich der Pilzbefall nicht mit einer natürlichen Herbstfärbung der Blätter verwechseln lässt. Im Spätsommer geht die Krankheit in die zweite Phase über. Es bilden sich an der Blattunterseite rot-braune warzenähnliche Auswüchse, die Sporenlager. Wenn diese aufbrechen, erzeugen sie das Gittermuster, welches der Krankheit ihren Namen „Birnengitterrost” gegeben hat.

Die Birne und der Wacholder

Verfärbte Blattoberseite

Der Birnengitterrost befällt Wacholderpflanzen dauerhaft. Er ist zu erkennen an den Verdickungen am Stamm des Gehölzes, den Sporenlagern.

Im Frühjahr werden diese Sporen durch den Wind auf die Birnbäume geweht. Die Sporen setzen sich auf den jungen Blättern ab und bleiben dort bis zum Winterbeginn.

Aufgrund der Übertragung durch den Wind ist es häufig der Fall, dass sich binnen kurzer Zeit nicht nur alle Blätter eines Baumes, sondern eine sehr große Anzahl an Bäumen anstecken, selbst wenn sie weit voneinander entfernt stehen.

Welche Pflanzen sind gefährdet?

Gemeiner Wacholder -
Juniperus Communis

Der Birnengitterrost ist sehr wirtsspezifisch. Er lebt ganzjährig auf dem Wacholder, fruchtet dort im Frühjahr und befällt die Blätter der Birnbäume, wo er dann im Sommer fruchtet. Andere Pflanzen infiziert er nicht.

Der Grad der Infektion der Birnbäume hängt stark von der Witterung und der Entfernung der beiden Wirtspflanzen zueinander ab. Eine Lebensgefahr stellt der Gitterrost für die meisten Birnbäume zunächst nicht dar.

Findet ein Befall jedoch regelmäßig statt, wird der Baum auf die Dauer durchaus stark geschwächt, er verliert einen Großteil seiner Blätter zu früh und der Ertrag fällt geringer aus als normaler Weise.

Bei alten und schwachen Birnbäumen ist es möglich, dass ein wiederkehrender Befall zum Absterben des Baumes führt. Für den Wacholder ruft der Pilz im Gegensatz zur Birne keine negativen Auswirkungen hervor.

Besonders anfällig für den Birnengitterrost sind folgende Wacholderarten: Juniperus sabina, Juniperus chinensis, Juniperus foetidissima, Juniperus oxycedrus, Juniperus phoenicea, Juniperus sphaerica, Juniperus virginiana

Als resistent bekannt ist der heimische Wacholder: Juniperus communis.

Was kann ich tun?

Gut sichtbare Sporen des Birnengitterrosts

Ein Entfernen des Wirtes, also des befallenen Wacholderbusches, führt zu sofortigem Erlöschen der Krankheit. Da der Pilz im Winter nicht am Birnbaum bleibt, befreit dieser sich mit dem Blattabwurf im Herbst selber von seiner Krankheit. Werden die befallen Wacholder aus dem Umkreis des Birnbaums entfernt, ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Infektion gering.

Es wird davon ausgegangen, dass die Pilzsporen Bäume in einem Umkreis von 500 Metern infizieren können. Je weiter die Birnbäume also vom Wacholder entfernt stehen, desto unwahrscheinlicher ist eine neuerliche Ansteckung. Am einfachsten sind vorbeugende Maßnahmen, um eine Infizierung des Baumes von vornherein zu vermeiden. Ist der Pilz erst einmal vorhanden, ist es wesentlich schwieriger ihn vollständig zu entfernen.

Besitzer eines Birnbaumes sollten vorher sichergehen, dass sich im Umfeld keine der gitterrostanfälligen Wacholderarten befinden. Ist dies jedoch der Fall und kann das Gehölz aus bestimmten Gründen zunächst nicht entfernt werden (es befindet sich möglicherweise in einem benachbarten Garten oder auf einer öffentlichen Grünfläche), sollte es möglichst regelmäßig auf Gitterrost untersucht werden.

Anfang April zeigt eine befallene Pflanze erste Anzeichen der Krankheit, wie Verdickungen an den Ästen, die aus zunächst braunen, später gelben kleinen Knubbeln bestehen. Diese Sporenlager nehmen bei Feuchtigkeit eine geleeartige Konsistenz an und setzen sich in kurzer Zeit an den Trieben fest. Wenige Wochen später trägt der Wind die Sporen dann zu den Birnbäumen.

Je früher ein Befall an Wacholder entdeckt wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Sporen sich noch nicht verbreitet haben und eine Infizierung des Birnbaumes noch vermieden werden kann. Grundsätzlich ist die Entfernung der befallenen Wacholder die sicherste Massnahme.

Die Blätter eines infizierten Birnbaumes können ohne weiteres kompostiert werden, da sich gegen Ende des Herbstes nur noch leere Sporenlager an den Blättern befinden. Der Pilz selber kann dann schon wieder andere Wacholder infiziert haben.

Literaturnachweise:

BALDUR-Garten (2013): „Birnengitterrost“
URL: http://www.baldur-garten.de/onion/content/ox12524_23default_26language_3Dde [ Stand: 18.11.2013]

Vukovits, Georg (1992): „Die wichtigsten Obstkrankheiten“ Leopold Stocker Verlag, Graz – Stuttgart.

Wikipedia (2013): „Birnengitterrost“
URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Birnengitterrost [ Stand: 18.11.2013]