Natur entwickeln - Natur erleben auf der Bergischen Heideterrasse

Um den Biotopverbund zwischen der Nördlichen und der Südlichen Bergischen Heideterrasse zu stärken, haben sich die NABU-Naturschutzstation Leverkusen – Köln und die Biologischen Stationen Haus Bürgel, Mittlere Wupper und Rhein-Berg zu einer Kooperationsgruppe zusammen getan. Mit Hilfe von einer gemeinsamen Internetpräsenz, Exkursionen, Informationstafeln und einem Rad- und Wanderführer soll der Bevölkerung die Bergische Heideterrasse wieder als zusammenhängender Naturraum nähergebracht werden.
 
Die Bergische Heideterrasse liegt am naturräumlichen Übergangsbereich zwischen der Niederrheinischen Bucht und dem östlich gelegenen Bergischen Land. Sie ist diesem Gebiet von Nord nach Süd als langgestrecktes, etwa zwei bis drei Kilometer breites Band vorgelagert, das sich von Duisburg im Norden bis Siegburg im Süden erstreckt. Während sich die Bergische Heideterrasse im 19. Jahrhundert noch als mehr oder weniger durchgehendes Heidegebiet darstellte, sind heute nur noch Heiderelikte erhalten, die sich vor allem in den Naturschutzgebieten befinden. Dazwischen finden sich nun vor allem Wälder, Grünland und Äcker sowie modernere wie alte Siedlungsbereiche mit teilweise kulturhistorisch bedeutsamen Gebäuden. Auch außerhalb der Schutzgebiete existieren jedoch noch kleinere naturschutzfachlich wertvolle Zonen aus Erlenbruchwäldern, kleinen Heideflächen und Feuchtwiesen, die das hohe Entwicklungspotential eines Biotopverbundsystems erkennen lassen.

War die Bergische Heideterrasse den Menschen im 19. Jahrhundert noch als zusammenhängender Naturraum ein Begriff, so geriet sie mit dem Schwinden der Heideflächen mehr und mehr in Vergessenheit. An ihre Stelle traten im Bewusstsein der Bevölkerung die einzelnen Naturschutzgebiete, wie etwa die „Ohligser Heide“ in Solingen oder die „Wahner Heide“ bei Köln.

Im Bereich Leverkusen sind von der ehemaligen Heide in erster Linie Orts-, Straßen und Flurbezeichnungen wie „Heidehöhe“ und „Alte Heide“ in Manfort, „Fixheide“, „Heidestraße“ und „Kleinheider Weg“ in Quettingen, „Bürriger Heide“ in Küppersteg, „Butterheide“ in Rheindorf, „Am Heidkamp“ in Lützenkirchen, „Schlebuscher Heide“ in Schlebusch oder „Heidberg“ in Steinbüchel übrig geblieben.

Früher prägten diese Orte unterschiedliche Waldgesellschaften auf vernässten oder trocken-sandigen Böden mit darunterliegenden Geröllschichten. Diese Böden eigneten sich nur schlecht für die Landwirtschaft, weswegen das Gebiet lange Zeit nur spärlich besiedelt war. Gegen Ende der Mittelsteinzeit um 8000-4000 v. Chr. entstanden im Bereich Opladen die ersten permanenten Niederlassungen. Auf den Flächen die von den Menschen gerodet wurden um Ackerbau zu betreiben breiteten sich im Laufe der nächsten 3000 Jahre die verschiedenen Heidevegetationen aus.  

Eine verbreitete Pflanzenart der Heide war der Wacholder. Er war bei den Menschen als Nutzpflanze sehr beliebt, das er vielfältige Verwendungsmöglichkeiten bot. Aus den Beeren wurde Medizin hergestellt und sie gaben vielen Gerichten ihren typischen Geschmack. Heute ist der Wachholder kaum noch von Bedeutung und sein Bestand ist stark zurückgegangen, da die Kiefer ihn von seinem natürlichen Standort, der Heide verdrängt hat.

Durch die moderne Agrarwirtschaft ging der Heidebestand stetig zurück, da die sandigen und nährstoffarmen Böden nun kein so großes Hindernis mehr für eine ertragreiche Bewirtschaftung darstellten.